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04.04.2014 bis 25.04.2014
Galerie der Stadtbücherei Alsdorf

Veronika Kropidlowski
Willi Lemke
„Ein-Blicke“ " „Aus-Blicke“

Vernissage: Freitag, 04.04.2014, 19.00 Uhr
Begrüßung: Alfred Sonders, Bürgermeister der Stadt Alsdorf
Einführung: Franz-Josef Kochs, Kunstverein Alsdorf

Dem Blick standhalten
In manchen Situationen fällt es schwer, dem Gegenüber direkt ins Auge zu schauen. Ist man nicht stark und selbstbewusst, wendet man schnell den Blick schüchtern zur Seite.


VERONIKA KROPIDLOWSKI zeichnete schon eine Weile in einem Kurs zur Erwachsenenbildung bei der bekannten Aachener Künstlerin Gerlinde Zantis, als sie sich die Frage stellte, warum ihr der Blick ins Auge eines anderen so schwerfiel. Sie hatte bereits mehrere Zeichentechniken wie Pastell-, Kohle- und Bleistiftzeichnungen ausprobiert. Auch thematisch hatte sie bereits klassische Stillleben, Landschafts-, Porträt- und Tierdarstellungen gezeichnet.
Doch jetzt griff sie zum Fotoapparat und fing einen Blick ein. Das Foto des Auges in der Größe 10 x 13 cm diente ihr als Vorlage für eine Farbstiftzeichnung in DIN A4. Die Augen vieler verschiedener Menschen hat sie mit den Farbstiften auf das Papier gebracht. Sei die Person jung oder alt, hell- oder dunkelhäutig, geschminkt oder natürlich, allen Zeichnungen liegt der direkte Blick zugrunde. Die detailreiche Darstellung ermöglicht einen faszinierenden Blick auf Augapfel, Iris und Pupille. Aber auch die Spiegelung, meist mit der Künstlerin selbst, zeigt sich im Auge. Seltsam verzerrt und spiegelverkehrt zeigt sich, was das gezeichnete Auge gerade sieht.
Im nächsten Schritt befasste sich Veronika Kropidlowski mit der unendlichen Vielfalt der Tierwelt. Wieder zeigt sich die Spiegelung in den Tieraugen. Die das Auge umgebende Färbung der Haut, des Fells bzw. des Gefieders lassen das porträtierte Tier erahnen. Eine genaue Bestimmung erweist sich aber meist schwierig, weil nicht zuletzt die Größendimension fehlt. Jedes Auge erscheint in der Zeichnung in der gleichen Größe, egal wie groß oder klein das Tier in Wirklichkeit ist. Und wer schaut einem Tier in der Natur schon so genau ins Auge? In dieser Serie sind bereits über 40 DIN A5-Zeichnungen von verschiedenen Tieren entstanden.
„Die Fenster zur Seele“, so nennt Veronika Kropidlowski ihr Thema. Und unter diesem Namen sind auch Zeichnungen von Bäumen entstanden. Die Astlöcher werden im Volksmund auch die Augen der Bäume genannt. Und die teilweise zerfurchte Rinde – die Haut des Baumes – lässt die Seele des Baumes erahnen. Gewaltig wirken gerade die großformatigen detaillierten Zeichnungen!

WILLI LEMKE
„Mit Willi Lemke betritt ein vielseitiger Künstler den Plan. Er malt, zeichnet, radiert, fotografiert, collagiert, er schafft Wandobjekte, Skulpturen, Plastiken und ganze Rauminstallationen. Aber nicht nur die Art und Weise und die Technik seiner Kunstwerke sind äußerst variabel, sondern auch deren Inhalte. Neben surrealistischen, die Sehgewohnheiten irritierenden Kreidebildern, finden sich abstrakte, oft monochrome Ölgemälde, aus Metall und Holz zusammengefügte Tiere und selbst das menschliche Ohr ist für ihn interessant genug, um es zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen Beschäftigung zu erwählen.
Willi Lemke wird 1950 in Würselen bei Aachen geboren und absolviert neben dem Lehramtsstudium ein Kunststudium bei Professor Joachim Bandau.“

„Willi Lemke ist nicht nur Maler und Skulpteur, er ist auch Zeichner. Seit 2011 gewinnt die Zeichnung in seinem Werk zunehmend an Bedeutung. Zwar sind besonders die realistischen und die surrealistischen Gemälde der siebziger und achtziger Jahre sowie die sich daran anschließenden Pastellbilder sehr von der Zeichnung geprägt, doch nun tritt ein ganz eigener Werkkomplex in das Zentrum seiner Arbeit: die Transformationsbilder.
Der Ausgangspunkt der Beschäftigung bildet jeweils ein Landschaftsfoto, selbst vom Künstler in seiner unmittelbaren Umgebung geschossen.
Die Landschaft wird abstrahiert, in der Form vereinfacht, in flächige Farbfelder, die von einem Netz kräftig schwarzer Linien umrandet sind, eingeteilt, und losgelöst von der gängigen Farberwartung, nun mit völlig unerwarteten Farben gefüllt werden…“

Josef Gülpers, Kunsthistoriker, 2013

In einer Gemeinschaftsausstellung präsentieren die beiden lokalen Künstler Veronika Kropidlowski und Willi Lemke ihre Arbeiten.
Die Ausstellung ist bis zum 25. April zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu besichtigen.



Abb.: Veronika Kropidlowski – Wurzelblick, Willi Lemke - Calla

 

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